Offshore

Die Offshore Anlagen bieten der weiteren wirtschaftlichen Erschließung von Windenergie riesige Potenziale, gerade weil auf dem Meer die Windkontinuität um etwa 40% höher ist, als bei vergleichsweisen Küsten- und Binnenanlagen. Dadurch erhöht sich gleichzeitig der Stromertrag der Anlagen, zusätzlich begünstigt wird diese Anlagenkonzept durch die Erstellung von riesigen Windparks, dem sogenannten Clusterverbund. Dabei werden Anlagen mit 20 – 100 Einzelanlagen auf einem Gebiet errichtet und über eine zentrale Netzkoppelung zum Festland geleitet.

Windkraftanlagen werden in Meeresregionen etwa 30 – 100Km entfernt von der Küste errichtet, zwar gibt es auch Anlagen, die sich in direkter Küstennähe befinden, diese haben aber eher den Charakter von Versuchsanlagen, da auch in küstennahen Bereichen der Wind noch stark vom Festland beeinflusst wird. Die Anlagen werden mit hochseetauglichen Verankerungen, wie Tripod-Fundament, Jacket-Fundament, Bucket-Fundament u.v.m. auf dem Meeresboden festgesetzt und vor dem abdriften oder umstürzen gesichert. Die Offshore-Anlagen können in Gebieten mit einem regulären Meeresspiegel von 20 – 40 Meter über Normal Null errichtet werden, es sind aber auch Hochseeanlagen, z.B. auf Basis des schwimmenden Fundamentes für Tiefen bis 200m möglich.

Der Aufbau dieser Offshore Betriebe hat weitreichende Folgen ebenso für den Naturschutz, es gibt auch heute noch keine Langzeitstudien über die Auswirkungen von Hochseekraftwerken auf die im Meer lebende Flora und Fauna. Gleichermaßen unerforscht ist die mögliche Beeinträchtigung von Vogelzug und Meeressäuger, was aber erkannt worden ist, dass die Tiere sich schnell an die fremden Objekte im Meer gewöhnt haben. Nur während der Bauphase sind Verhaltensannomalien und Störungen der Meerestiere dokumentiert worden.

Mit der Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetz 2009 wurden die nicht unerheblichen höheren Investitionskosten für Offshore Betriebe berücksichtigt und haben einen gesonderten Vergütungssatz für Windenergie erhalten. Zusätzlich wurden die Energieversorger in die Pflicht genommen, den Betreibern von Offshore Windanlagen die Verbindung mit einem Seekabel zum Festland kostenfrei zur Verfügung zu stellen, auch wenn sich die Errichtung aufgrund behördlicher und betrieblicher Bestimmungen sehr lange hin ziehen kann. Die hohen Investitionskosten resultieren aus dem Transport der Anlagen aufs offene Meer und der Abhängigkeit während der Errichtung vom Wetter. Hinzu kommen höhere Folgekosten durch die Wartung, welche Größtenteils vom Festland geregelt wird, nur zum Austausch von defekten Geräten muss ein Techniker zu den Plattformen fahren, um dort nötigen Reparaturen vornehmen zu können. Möglich ist dies durch ein ausgeklügeltes Überwachungssystem in der Schaltzentrale, in der alle Fehlermeldungen detailliert auflaufen und nach Priorität und Dringlichkeit geordnet werden.

Deutschland liegt in Hinblick auf die Nutzung von Offshore Anlagen noch weit hinter anderen europäischen Ländern wie Schweden, Norwegen oder Groß Britannien zurück, nicht zu Letzt, weil es nur wenige mögliche Standorte an der Deutschen Küsten bzw. im deutschen Offshore Gebieten gibt, die für eine Windenergienutzung von Bedeutung wären. Hier spielen gerade die großen Naturschutzgebiete mit hinein, in welche nicht gerade Windparks errichtet werden dürfen.