Schweine-Gülle
Die Ausscheidungen von Schweinen, gleichgültig ob zur Mast oder Zucht, besitzen einen der größten Biogaserträge je Kilogramm Trockenmasse, in Relation zum Ertrag je Tier liegt dieser aber weit unter dem von Rindern und Pferden, da die Kotproduktion weitaus geringer ist. Gleichsam ist aber der Methangehalt des produzierten Biogases höher und bedarf daher einer geringeren Aufbereitung und erzeugt weniger Kosten bei der Gasveredelung.
Rohstoffertrag - Gülle (Schwein)
| Mastschwein | Zuchtschwein | Ferkel | |
|---|---|---|---|
| Biogas (m³ / Jahr) | 63 m³ / Jahr | 63 m³ / Jahr | 3,5 m³ / Jahr |
| Gülle (m³ / Jahr) | 2,2 m³ / Jahr | 3,3 m³ / Jahr | 1,1 m³ / Jahr |
| Trockenmasse (Kg / Jahr) | 146 Kg / Jahr | 146 Kg / Jahr | 8 Kg / Jahr |
| Gasertrag (m³ / t) | 430 m³ / t | 430 m³ / t | 435 m³ / t |
Auch bei der Verwertung der Substratreste aus Schweinegülle und Schweinemist kann sich für einen landwirtschaftlich orientierten Betrieb die Verwendung von Schweinexkrementen lohnen, Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schweinegülle bei einer Fermentationszeit von größer 70 Tagen dem industriell hergestellten Düngemitteln gleichwertig oder sogar besser ist. Dies bedeutet, dass konzentrierte und durch die Fermentation verarbeitete Substrat einen wesentlich effektiveren Nährstoffgehalt besitzt und gleichzeitig weniger Methan in die Umwelt abgeben kann, als direkt verwendete Gülle. In Zahlen bedeutet dies, dass der Kaligehalt bei ca. 7 Kg je m³, der Phosphorgehalt bei 9 Kg je m³ und der Stickstoffgehalt bei ebenfalls 9 Kg je m³ fermentierter Schweinegülle liegt, diese Werte sind ebenfalls höher als bei konventionellem Dünger. Somit muss bei einer Düngung mit Schweinegülle aus Biogasanlagen wesentlich weniger Substrat je Quadratmeter Ackerfläche aufgetragen werden, was die Zeit für die Düngung aufgrund weniger Nachtankungen minimiert.
Schweinegülle besitzt einen wesentlich höheren Methangehalt als die vergleichbare Menge an Rindergülle und sichert somit einen besseren Biogasertrag.
Quelle: pixelio.de, © Roman
Auch Schweinebauern mit keiner eigenen Biogasanlage können durch den Verkauf von Gülle profitieren, betrachtet man die Wirtschaftskette zwischen Schweinbauer – Biogasproduzent – Landwirt, so erschließt sich einem eine Win-Win Situation, da der Preis je Kubikmeter Gülle zwischen 1,- bis 2,- Euro liegt, spart der Schweinebauer sich die Entsorgungskosten und kann durch die Ausscheidungen noch zusätzliche Einnahmen verbuchen. Der Biogasproduzent erhält durch den Gülleeintrag eine höhere EEG Vergütung und hat weniger Beschaffungskosten für z.B. NawaRo Substrate. Zusätzlich kann er die Substratreste noch an den Landwirt veräußern, bzw. die Erlöse gegen die Entsorgungskosten gegenrechnen. Der Landwirt muss wiederum weniger industriellen Dünger beschaffen, was eine weitere Einsparung bei der Feldbewirtschaftung bedeutet.
Gerade im norddeutschen Raum und in den neuen Bundesländer gibt es eine Vielzahl von Schweinemastanlagen, diese eigenen sich hervorragend als Substratlieferant, da die Mastanlagen meist mehrere tausend Tiere zu Fleischproduktion haben und dadurch auch mehrere Kubikmeter Gülle anfällt. So liegt die Gülleproduktion bei einer Anlage mit 2000 Mastschweinen bei etwa 12 m³ Gülle je Tag, was einer Anlagenleistung von ca. 35 kW entspricht
Rohstoffezusammensetzung - Gülle (Schwein)
| Schweinemist | Schweinegülle | |
|---|---|---|
| TS-Gehalt (Durchschnitt) | ca. 35 % | ca. 7 % |
| oTS-Gehalt | 85 % | 75% |
| Gasertrag | 95 m³/t | 19 m³/t |
| Methangehalt | 62 % | 62 % |
| Stromertrag je m³ | 5,95 kW/h | 5,95 kW/h |






