Rinder-Gülle
Rinder und Kühe sind die Gülleproduzenten mit dem höchsten Biogasertrag je Einheit, sprich je Tier, dies resultiert schlichtweg aus der Größe und damit des höheren Nahrungsumsatzes eines Tieres. Bei Kühen wird anders als bei anderen Tierarten noch zwischen dem Verwendungszweck des Tieres und damit der angepassten Nahrungsaufnahme unterschieden, so produzieren Milchkühe wesentlich mehr organischen Abfall als vergleichsweise Mastrinder, die nur für die Schlachtung gezüchtet werden. In Zahlen bedeutet dies, eine Kuh zur Milchproduktion scheidet etwa doppelt so viele Exkremente aus, wie ein Schlachtrind. Gleichsam ist der Biogasertrag von Mastrindern nur unwesentlich geringer, da Vergärung der Exkremente bei Mastrindern nicht in dem Masse vorangeschritten ist und somit ein spezifisch höherer Gasertrag je Kilo Gülle möglich ist.
Rohstoffertrag - Gülle (Rind)
| Mastrind | Milchkuh | Mastkalb | |
|---|---|---|---|
| Biogas (m³ / Jahr) | 320 m³ / Jahr | 365 m³ / Jahr | 15 m³ / Jahr |
| Gülle (m³ / Jahr) | 9,50 m³ / Jahr | 19,7 m³ / Jahr | 5,1 m³ / Jahr |
| Trockenmasse (Kg / Jahr) | 820 Kg / Jahr | 1460 Kg / Jahr | 37 Kg / Jahr |
| Gasertrag (m³ / t) | 390 m³ / t | 250 m³ / t | 405 m³ / t |
Prinzipiell ist der Gasertrag bei beiden Rindertypen im Vergleich zu allen anderen Nutztierarten insbesondere Schweine oder Geflügel wesentlich geringer, da im Pansen, also dem ersten der drei Mägen eines Rinds die Vergärung der Nahrung schon initialisiert wird, sodass die Ausscheidungen nur noch einen geringen Methanertrag zulassen.
Trotz alledem ist eine Gülleaufbereitung von Rinderkot lohnend, da diese Tiere zwischen 10m³ bei Mastrindern und 22m³ bei Milchkühen Gülle und Mist produzieren, hinzu kommt noch das Strohmaterial der Einstreu, welches als weiterer Energieträger dem Substrat zugesetzt wird. Abhängig von der Fütterung variieren die Erträge leicht, so ist der Gülleertrag bei Trockenfutter geringer, besitzt aber einen höheren Gasertrag je Kilogramm Kot, als bei einer vergleichsweisen Grünfutterzugabe.
Der Biogasertrag von Rinder ist dem von NawaRo Substraten gleich zu setzen, gerade bei Stallhaltung können beträchtliche Mengen zur Gaserzeugung gewonnen werden.
Quelle: pixelio.de, © Birgit Lieske
Weiterhin ist die Ausbeute an verwertbaren Exkrementen nur ein Anhaltswert, gerade bei der Freilandhaltung von Kühen und Rindern wird der Ertrag um eines geringer ausfallen, da diese Ihre Ausscheidungen direkt auf dem Feld ausbringen und im Boden versacken oder verrotten. Diese Verluste sind bei ausschließlich Stallhaltung wesentlich geringer, da über Sammelbecken und Ablaufkanäle im Stall die Ausscheidungen wesentlich besser gesammelt werden können.
Rohstoffezusammensetzung - Gülle (Rind)
| Rindermist | Rindergülle | |
|---|---|---|
| TS-Gehalt (Durchschnitt) | ca. 25 % | ca. 7,5 % |
| oTS-Gehalt | 85 % | 80% |
| Gasertrag | 80 m³/t | 20 m³/t |
| Methangehalt | 60 % | 55 % |
| Stromertrag je m³ | 5,55 kW/h | 5,09 kW/h |






