Geflügel-Gülle
Die Geflügelzucht findet zumeist in riesigen Stallanlagen statt, dies betrifft sowohl die Käfig-, als auch die Bodenhaltung, welche eine enorme Produktion an Hühnerkot nach sich zieht, welcher umweltgerecht und hygienisch entsorgt werden muss. Gerade der Kot von Geflügel ist ein Nährboden für Keime und Bakterien, die sich schnell ausbreiten und sich wieder in die Produktion einschleichen können, was einen immensen finanziellen und wirtschaftlichen Schaden nach sich zieht.
Rohstoffertrag - Gülle (Geflügel)
| Legehennen | Masthennen | |
|---|---|---|
| Biogas (m³ / Jahr) | 4,4 m³ / Jahr | 1,9 m³ / Jahr |
| Gülle (m³ / Jahr) | 0,051 m³ / Jahr | 0,022 m³ / Jahr |
| Trockenmasse (Kg / Jahr) | 9,1 Kg / Jahr | 4,0 Kg / Jahr |
| Gasertrag (m³ / t) | 480 m³ / t | 475 m³ / t |
Ebenfalls nicht ohne Bedeutung ist der Bedarf an Prozesswärme bei der Geflügelzucht, welche zur Beheizung der Ställe und Zuchtanlagen benötigt wird. Gerade bei Legehennen ist eine wohl temperierte Stallanlage wichtig für die effektive Legeleistung. In diesem Zusammenhang bieten sich immer mehr integrierte Biogasanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung an, die neben der Stromproduktion auch einen hohen Anteil an Prozesswärme zur Nutzung erzeugen. In diesem Zusammenhang kann die Abwärme für die Beheizung der Stallanlagen genutzt werden. Weiterhin wird der Kot durch die Fermentation hygienisiert und kann für die Düngung von Agrarflächen bedenkenlos eingesetzt werden.
Durch die Erzeugung von Biogas aus Hühnerkot werden auch Stickstoffbestandteile minimiert, was einen wesentlichen Beitrag zur Umweltschonung leistet. Ebenfalls minimiert wird der Geruch der Exkremente, was zusätzlich zu einer weiteren Akzeptanz von Geflügelzuchtanlagen und Biogasanlagen führt.
Der Kot von Geflügel besitzt einen der spezifisch höchsten Trockenanteil sowie einen hohen Methangehalt bei der Fermentation des Substrates.
Quelle: pixelio.de, © Bernd Boscolo
Hühnerkot besitzt einen sehr geringen Feuchtigkeitsanteil und kann daher besser transportiert und verarbeitet werden, als andere Exkremente. Zusätzlich ist der erzeugte Methangehalt relativ hoch, aber auch der Ammoniakanteil ist nicht unerheblich, durch den im Substrat umgewandelten Harnstoff. Ammoniak kann eine Biogasanlage schädigen und verringert die Laufleistung der BHKW Motoren, es ist aber leicht flüchtig und muss, wie bei allen anderen Substratrohstoffen vor der Verbrennung ausgefiltert werden.
Durch die Massentierhaltung werden in Geflügelzuchtanlagen viele Medikamente und Antibiotika an die Tiere verfüttert, hierbei ist darauf zu achten, den Eintrag von diesen Bestandteil so gering wie möglich zu halten, um die empfindlichen Mikroorganismen, welche das Substrat in Methan umwandeln, nicht nachhaltig zu schädigen.
Rohstoffezusammensetzung - Gülle (Geflügel)
| Geflügelmist | Geflügeltrockenkot | |
|---|---|---|
| TS-Gehalt (Durchschnitt) | ca. 70 % | ca. 70 % |
| oTS-Gehalt | 85 % | 77% |
| Gasertrag | 230 m³/t | 255 m³/t |
| Methangehalt | 65 % | 65 % |
| Stromertrag je m³ | 6,01 kW/h | 6,01 kW/h |






