Gülle

Neben dem Betrieb von Biogasanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen, Abfällen aus Industrie, Gewerbe und Haushalt, kann eine Anlage auch mit den Exkrementen von Tieren, also Gülle betrieben werden. Gerade aus den Hintergründen heraus, das erstens die NawaRo-Produktion minimiert werden kann, zum anderen, dass die Emissionsbelastung durch den Direktaustrag von Gülle auf Agrarflächen in ein ökologischeres Gleichgewicht gebracht wird. Gerade weil Gülle nicht ganzjährig auf die Felder gestreut werden kann und darf, müssen Landwirte mit angeschlossener Tierzucht diese Exkremente in Vorratsspeicher sammeln oder der Abwasseraufbereitung zuführen.

Die Nutzung von Tierausscheidungen bringt seit der EEG Novelle 2009 einen weiteren Vorteil mit sich, durch die Anpassung der Vergütungssätze und Bonussysteme wurde ein Güllebonus geschaffen, der bei einer Nutzung von mindestens 30% Gülle an Gesamtsubstratzusammensetzung zur Energieerzeugung zusätzlich mit 2 Cent je Kilowattstunde fördert wird.

Der Austrag von Gülle als Düngermittel ist eine weit verbreitete Methode, doch lassen sich die Exkremente auch als Biogassubstrat nutzen.
Quelle: aboutpixel.de, © werlinfri

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Bei den Ausscheidungen der Tiere handelt es sich sowohl um die flüssigen (Urin), also auch um die in fester Form (Stroh-Kot-Gemisch) verfügbaren Abfälle. Diese können aus jedweder Form der Tierproduktion stammen, z.B. in Form von Rindergülle, Schweinegülle oder Geflügelgülle. Prinzipiell ist jedes Exkrement aller Tierarten nutzbar, sofern dieses in ausreichender Menge vorkommt, bzw. direkt aus den Ställen verwertet werden kann. Gerade bei Freilandhaltung ist eine Nutzung der Ausscheidungen nur bedingt möglich, da die Exkrement direkt im Boden versacken oder nur schwer, bedingt durch große Freilandflächen, gesammelt werden können.

Der spezifische Gasgehalt von Tierausscheidungen ist von der Art des Nutztieres abhängig, liegt aber im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe und kann mit etwa 400m³ bis 600m³ je Tonne angegebenen werden. Eine negative Auswirkung auf den Ertrag und die Mikroorganismen im Fermenter hat der Einsatz von Antibiotika und Konservierungsstoffen, welche durch die Tiere im Futter aufgenommen und durch den Kot wieder ausgeschieden werden. Ein zu großer Eintrag von Medikamenten kann die Biogasproduktion sogar zum Erliegen bringen. Positiv hingegen wirk sich ein zusätzlicher Anteil an Trockensubstrate in Form von Stroh / Mist aus, dieser muss aber durch das zusätzliche Einbringen / Verdünnen mit Wasser verflüssigt und für die Biogasanlage aufbereitet werden.

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