Getreide
Das NawaRo-Substrat gehört zu den gefragtesten Rohstoffen der Biogasproduktion am Markt, da es sehr einfach gelagert und für die Fermentation portioniert werde kann, außerdem sind nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) jederzeit auf dem Weltmarkt zu einem festen Preis verfügbar. Leider oder gerade weil die Nachfrage nach diesen Rohstoffen für die weltweite Biogasproduktion so groß ist, hat sich der Preis je Tonne auf dem Weltmarkt für nachwachsende Rohstoffe vervielfacht, und dies vor allem zum Leidwesen der Nahrungsmittelproduzenten, denn das Getreide zur Biogasproduktion ist fast das selbe, wie zur Herstellung von Brot und Brötchen. Weiterhin beklagen viele Umweltorganisationen die Errichtung von Monokulturen und die fortschreitende Abholzung von Wäldern zur Kultivierung und Erzeugung von Mais und Getreide.
Mailsilage wird durch die hauptsächliche Verwendung in Biogasanlagen zunehmenst auch auf stillgelegten Flächen angebaut. Durch die gestiegende Nachfrage an Mail in Ganzpflanzen sind ebenfall die Weltmarkpreise für Futtermais stark angesteigen.
Quelle: Pixelio.de, © Markus Kräft
Insbesondere Mais ist eines der gefragtesten Rohstoffe zur Biogaserzeugung, da seine Biogasausbeute um eines höher ist, als bei Getreide oder Gras. So kann man auf deutschen Feldern eine fortschreitende Monokultivierung mit Maisfeldern sehen, gerade weil die Biogasproduzenten einen guten Preis zahlen und der Masseertrag je Hektar höher ist. Mit Neuerung des ersten Erneuerbare Energien Gesetz 2004 wurde der NawaRo-Bonus eingeführt, welcher Biogasanlagenbetreiber mit einer wesentlich höheren Vergütung subventionierte, als Betreiber, die rein auf Gülle oder Reststoffe Ihre Produktionsgrundlage aufbauten. Diese Förderung zu Ungunsten der traditionellen Biogaserzeugung wurde in der Fassung des EEG von 2009 ausgeglichen und ein weiterer Bonus zur Nutzung von Gülle geschaffen, um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bei der Biogaserzeugung zu verringern.
Der voranschreitende Anbau, vor allem von Maiskulturen, verdrängt immer mehr die natürlichen Grünflächen mit wesentlich geringeren Biogaserträgen und sorgt so durch hohe Düngemittelausbringungen für ein Kippen des ökologischen Gleichgewichts. Gerade die Belastung auf das Grund- und Oberflächenwasser nimmt weiter zu und sorgt somit, neben der Bodenerosion durch geringere Wurzelbildung, für eine Überbelastung an Nährstoffen und Nitraten. Zusätzlich zur Kultivierung von Grünflächen werden auch immer mehr Stillegungsfläche reaktiviert, welche eigentlich als natürliche Rückzugsmöglichkeiten für eine Artenreiche Tier- und Pflanzenwelt dienen sollten. Durch den immens steigenden Bedarf an Flächen zur Kultivierung steigen durch die Nachfrage auch die Preise für die Flächennutzung, wurden Anfang der 1990er Jahre noch umgerechnet 0,01 – 0,02 EUR je Quadratmeter an Pacht gezahlt, liegen die Preise heute bei etwa 0,08 EUR je Quadratmeter, dies hat weitreichende Folgen für die traditionelle Viehhaltung und wird, durch die steigenden Nebenkosten aber gleichbleibenden Erträge, immer unrentabler.
Biogas NawaRo
| Substrat | Ertrag je Hektar (to) | Biogas je Hektar (m³) | Preis je Dezi-Tonne (EUR) |
|---|---|---|---|
| Maissilage | 40 | 5.500 | 22,- bis 25,- |
| Getreide-Ganzpflanzensilage | 12 | 3.900 | 19,- bis 23,- |
| Kleegrassilage | 20 | 3.500 | 18,- bis 20,- |
| Grassilage | 20 | 2.800 | 19,- bis 21,- |






